Angelika Marianne Wohofsky
Im vergangenen Jahrhundert in Österreich, Kärnten geboren, entwickelte ich schon als Kind eine große Sehnsucht hinaus in diese Welt zu gehen, die von meinem Großvater wohl auch noch gefördert worden war: ich reiste damals mit dem Finger auf der Landkarte herum. Und das mit Begeisterung. Bevor ich also noch schreiben konnte, beschäftige ich mich mit Landkarten und Atlanten. Und - mit dem Beobachten von Wolken. Wieder war es der Großvater, der mir die Wolkenarten erklärte und sie mir am Himmel zeigte.
Später dann liebte ich es als Kind, fremde Menschen anzusprechen und sie heim zu den Eltern zu bringen. Daraus entstanden lebenslange Freundschaften oder meine Eltern mussten diese von mir gefundenen Personen wieder auf freundliche Art loswerden. Ich jedenfalls liebte diese Kontakte - meistens sprachen diese Menschen auch noch andere Sprachen, weil sie zufällig den Weg zu unserem Hof gefunden hatten. Es waren meist Urlaubsgäste, die mich mit ihren Geschichten und ihrem kulturellen Anderssein faszinierten.
Dann kam die Schulzeit und ich hatte das Glück, Maschinschreiben zu lernen und - Kurrentschrift. Damit war der Grundstein zu meinem nachfolgenden Weg gelegt. Ich konnte es kaum abwarten, endlich eine eigene Schreibmaschine zu besitzen und es bereitete mir Vergnügen, die alte deutsche Schrift zu üben. Phasenweise schrieb ich sogar ausschließlich in Kurrent.
Während meiner Zeit als Gymnasiastin litt ich Qualen, wenn Schulfreunde auf Reisen gingen und ich daheim bleiben musste. So nützte ich jede Gelegenheit um fortzukommen, wann immer sich mir eine solche bot. Erste Auslandsaufenthalte zur damaligen Zeit brachte ich mit Sprachenlernen im Ausland zu. Außerdem gesellte sich zu mir eine zunehmend kritische Beobachtungsgabe, die es erlaubte, hinter die Kulissen von allgemeiner Meinung und allgemeinen Verhaltensweisen zu blicken. Ich wollte soviel lernen, um gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend danach zu handeln. Lieblingsautoren dieser Zeit waren Thomas Mann, Heinrich Heine, Georg Büchner, Max Frisch und Henrik Ibsen. "Die Wildente" zitiere ich heute noch gerne; die Szenen auf dem Dachboden haben mich besonders beeindruckt.
Meine Wahl, Germanistik, Geografie und Geschichte zu studieren war also logische Konsequenz meiner Kindheit. Gleich zu Studienbeginn legte ich mir meine erste Schreibmaschine zu: eine Triumph Adler mit elektronischem Speicher. Drei Jahre später folgte der erste Personal Computer und bald darauf auch Internet.
Hinaus in die Welt, hinterfragen der Entwicklungen und kreativer künstlerischer Ausdruck im Schreiben - diese Neigungen wurden immer intensiver. Mein Studium ermöglichte mir dies auch durch die Vielzahl an geografischen Exkursionen, dem Verfassen von Berichten und Dokumentationen und Seminararbeiten. In der Freizeit zeichnete ich mit Kohle Portraits, fotografierte und gab mich meinen schriftstellerischen Neigungen hin. Dazu gesellte sich auch eine musikalische Ader - ich spiele Gitarre und Klavier. Und ich war eine typsiche Studentin - lebenskünstlerisch und alternativ. Dazu passten auch die damaligen Jobs als Taxifahrerin, Praktikantin bei der Verkehrsabteilung des Landes Steiermark und freie Mitarbeiterin für GPS Kartierungen. Logisch also, dass ich etwas Verkehrsgeografisches als Thema meiner Diplomarbeit wählte.
Ach ja, meine Lieblingsfächer an der Uni waren Briefedition, Quellenkunde, Geografie der Geisteshaltung, Kartografie und Exkursionen. Meine Lieblingsreiseziele sind die USA und Kanada.
Die heutige Tätigkeit lässt sich am besten als journalistisches, essayistisches Schreiben, als Berichten von Geschehnissen in Wort und Bild beschreiben. Diesen Arbeiten geht eine intensive Forschungsphase voraus. Im Grunde ist es das Forschen, das Erfahren von Dingen, die noch unbekannt oder wenig bekannt sind, was mich so fasziniert. Wenn man so möchte, bezeichne ich mich als Reporterin, Redakteurin, Korrespondentin, Reisende, Schriftstellerin und Künstlerin. Als forschende, fotografierende Berichterstatterin.
Wahrheit ist für mich, sich für sauberes Wasser, reine Luft, gesunde Nahrung, fruchtbare Böden, natürliche Energie, Liebe, Frieden, Toleranz und Mitgefühl einzusetzen. Meiner Vision für die Welt, mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden zu praktizieren, widme ich meine Talente und mein Wirken.


