8 Fehler digitaler Kommunikation und wie du diese wieder loswirst

8 Fehler digitaler Kommunikation vermeiden

Die Digitalisierungsberatung fördert noch immer die selben Fehler in der digitalen Kommunikation an den Tag. Oftmals hat man sich noch keine Gedanken über die Kommunikation und die eigene Strategie gemacht. Man arbeitet zu Produkt fokussiert. Und vernachlässigt eine zentrale Aufgabe eines jeden Unternehmens: drüber reden, was man tut und wie man’s macht; und genau wissen, an wen man sich mit seiner Kommunikation richtet.

Auch in der digitalen Welt kommen die Leute beim Reden zusammen

Wir alle haben gelernt, dass beim Reden die Leute zusammenkommen. Leider beschränken wir diese Erkenntnis auf eine direkte Face-to-Face Kommunikation und vergessen dabei: Auch digital finden wir zueinander. Corona hat das eindrücklich bewiesen. Was vorher undenkbar war, ging plötzlich beinahe von selbst. Mit Videokonferenzen und remote erbrachten Leistungen mussten viele von einem Tag auf den andern ihre Leistungserbringung umstellen. Von analog auf digital. Und – statt persönlicher Kundenbesuche trafen wir unsere Zielgruppe ebenfalls im Web.

So standen auch die Websites und Social Media Profile der Unternehmen von einem Tag zum andern auf dem Prüfstand. Funktioniert die Website noch? Passen die Cookie-Banner? Wie sieht es mit den Inhalten aus, sind diese korrekt und aktuell? Und ist die Website auch responsiv? Ach du Sch…., der Social Media-Auftritt ist wirklich grottenschlecht!

Mit solchen Fragen schlugen sich viele kleine Unternehmen herum, und entdeckten dabei enorm viel Nachholbedarf. Die Fehler der Vergangenheit wurden gnadenlos sichtbar, Corona sei Dank.

Das sind die häufigsten Fehler der digitalen Kommunikation

8 Fehler digitaler Kommunikation

  1. Die Webseite wird nicht als digitaler Geschäftsstandort verstanden

    Viele Firmenwebsites stehen einfach nur im Netz herum. Sie zeigen veraltete Inhalte, sind noch immer mangelhaft responsiv, viel zu kompliziert aufgebaut. User:innen müssen viel zu tief in sie hinein klicken, um das zu finden, was sie suchen. Und online rechtlich ist die Website auch nicht am neuesten Stand. Zuviel Selbstdarstellung, wie toll die Firma ist und welche tollen Hechte dort arbeiten, zerstört dabei jeglichen Kundenfokus. Der potenzielle Kunde möchte nur erfahren, welche Leistungen das Unternehmen bietet und welche Probleme es für ihn oder sie löst. Dass der Chef beispielsweise Dackel liebt und Hundetrainingsplätze besucht, interessiert die Kunden dabei reichlich wenig. Das hat auch wenig mit dem Business zu tun, und schon gar nichts mit ein wenig persönlichem Touch, außer der Chef ist Hundetrainer (Achtung, das ist ein Beispiel aus der Praxis einer Firmenwebsite, auf der die Inhaberperson ein Blog schreibt).

    Die Lösung:
    Deine Website ist das Geschäftslokal deines Unternehmens in der digitalen Welt. So, wie du dir dein Büro oder dein Geschäft einrichtest und nur Dinge reintust, die deine Kunden suchen, so musst du auch auf der Website jene Infos bereithalten, die deine Kunden wollen und suchen. Die Website spiegelt deine Marke im Web!

  2. Offenlegungspflicht mangelhaft

    Die Offenlegungspflicht bezieht sich nicht nur auf die Impressum-Seite einer Firmenwebsite. Ein solches muss auch in jeder Transaktionsmail bzw. E-Mail deiner Firma vorhanden sein. Das geschieht mittels eines Impressums am Ende einer jeden E-Mail. Diese letzte Zeile kann auch zur Positionierung des eigenen Logos, Firmenslogans, Marken-Hashtags oder für einen Hinweis auf ein aktuelles Angebot genützt werden. Fakt ist, viele kleine Unternehmen agieren hier äußerst nachlässig. Oft steht unter der E-Mail nur: „Freundliche Grüße. Name. Inhaber von….“. Keine Spur von Adresse, Kontaktmöglichkeiten für Telefon, Webseite, Logo etc.

    Die Lösung:
    Füge deiner E-Mail ein Impressum hinzufügen. Nütze diesen Platz auch zur Positionierung deines Logos. Und denke dabei auch, unter das Impressum einen Link zur Datenschutzerklärung deiner Webseite und die Ausschlussklausel hinzuzufügen.
    Der folgende Text steht als Ausschlussklausel in meinem E-Mail Impressum: Diese Nachricht und angehängte Dokumente sind vertraulich und nur für den/die Adressaten bestimmt. Sind Sie nicht der vorgesehene Adressat oder dessen Vertreter, bitten wir Sie, den Absender darüber in Kenntnis zu setzen, sowie die Information zu vernichten. Jede unautorisierte Nutzung, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieses Emails ist nicht gestattet. Für Übermittlungsfehler oder sonstige Irrtümer bei Übermittlung besteht keine Haftung. 

  3. Keine AGB vorhanden

    Wenn du geschäftlich tätig bist, dann gelten deine Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Kundenverträge. Leider vergessen viele Firmen, eine eigene Seite im Footer-Menü ihrer Website dafür anzulegen.

    Die Lösung:
    AGB-Text erstellen und die Datei als pdf-Dokument zum Downloaden ins Footer-Menü deiner Website laden. Das gilt ganz besonders dann, wenn du einen Online-Shop betreibst oder man dich online buchen kann. Zu diesen AGB gehört natürlich auch die Widerrufsbelehrung. Wenn dir diese Vorgehensweise unklar ist, lass dich dazu von deiner Wirtschaftskammer beraten.

  4. Eine gmail-Adresse ist keine Firmenadresse

    Extrem häufig kommt mir folgendes Fettnäpfchen in Sachen Kommunikation unter. Besonders bei Einpersonenunternehmen oder Kleinstbetrieben, wo die Firmeninhaber selbst auch viel am Kunden arbeiten, wird fast überhaupt nicht auf eine professionelle E-Mailadresse geachtet. Da gibt es dann zwar eine Website (meist billig selbstgemacht mit Baukastensystem und fehlender SEO) und eine Domain dazu. Doch in der Firmen-E-Mail ist die Domain nicht vorhanden. Dann kommuniziert der kleine Betrieb über eine gmx-, hotmail- oder andere „schieß mich tot“-Adresse. Sowas ist höchst unprofessionell und geht gar nicht!

    Die Lösung:
    Wenn du eine Website mit Domain hast, dann lege dir dazu auch die passende E-Mail Adresse zu. Gut sind immer Name@Domain. Aber auch Rollen-Mail-Adressen wie office@Domain funktionieren im Kleinbetrieb.

  5. Der Firmenname ist ein reines Fantasieprodukt

    Um überhaupt eine Marke aufbauen zu können, sollte dein Firmenname deine Tätigkeit beinhalten.
    Bei mir lautet er auf WOHOFSKY | Digitale Kommunikation. Damit zeige ich, wie ich heiße und deute schon meine Tätigkeit an.
    Auch solltest du als Einpersonenunternehmen nicht mit „Wir“ auftreten. Du bist kein Team, du bist eine Person, die selbständig arbeitet. Also trau dich, von dir auf der Website zu sprechen, und lass das überzogene Wir-Getue sein.

    Die Lösung:
    Der Firmenname bezeichnet deine Tätigkeit.

  6. Webseite und Socialmedia sind kein Ersatz für Akquise

    Eine Firmenwebseite und Socialmedia sind kein Ersatz für die Akquise und den Vertrieb. Besonders in kleinen Unternehmen herrscht der Irrglaube vor, eine Webseite bewahre einen vor der ungeliebten Kaltakquise. Gleiches gilt für Socialmedia. Auch die Sozialen Medien werden dir den Vertrieb und Verkauf nicht abnehmen. Das ist Handarbeit und im Kleinbetrieb auch Chefsache.

    Die Lösung:
    Baue dir eine gute digitale Markenführung auf, netzwerke auf Teufel komm raus (auch analog) und mach deine Expertise bekannt und spezialisiere dich. Wenn du deine Zielgruppe spitz ausgearbeitet hast, wirst du schnell erkennen, wer wirklich dein Kunde ist. Und über welche Social Media-Plattformen du deine Kunden auch erreichst.

  7. Branchenverzeichnisse unbekannt

    Viele Unternehmen glauben, die Website oder Socialmedia sei die einzige Möglichkeit, im Internet präsent zu sein. Das ist falsch. Du musst umdenken, wie ein potenzieller Kunde denken. Wo sucht der nach deiner Leistung (Achtung, nicht nach deiner Firma, sondern nach der Leistung, die du bietest, wird gesucht)? Richtig! Wir suchen alle in Suchmaschinen nach Leistungen und Antworten auf unsere Fragen, allen voran suchen wir mit Google.

    Die Lösung:
    Suchmaschinen müssen dich finden. Sorge für eine gute und regelmäßige SEO (Suchmaschinenoptimierung) deiner Webseite. Trage dich in Unternehmensverzeichnisse im Web ein. Pflege deinen My Business-Eintrag auf Google. Und schalte deine Social Media-Profile auf öffentlich. So kann sie Google finden und in den Suchergebnissen anzeigen.

  8. Kundenfokus fehlt

    Zum Schluss noch der Fehler Nummer Eins an der Basis des Unternehmens: der Kundenfokus fehlt. Viele kleine Firmen fokussieren sich viel zu sehr aufs Produkt. Dann sehen sie ihre Kunden nicht mehr und arbeiten an deren Wünschen und Bedürfnissen vorbei. Ja sie kennen oftmals auch nicht ihre Kunden, wer diese sind, was sie bewegt und mit welchen Problemen sich diese herumschlagen, die man möglicherweise aber für sie lösen kann.

    Die Lösung:
    Mit einer auf Kundennutzen fokussierten Strategie löst du dieses Problem ein für allemal. Schau dir dazu meine Leistung in Sachen Sinn-Strategie an.

Statt weiterer Fehler digitaler Kommunikation hier 2 Lesetipps

Stefan Merath: „Die Kunst, seine Kunden zu lieben“; und Kerstin Friedrich: Erfolgreich durch Spezialisierung.

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