Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass Facebook oder Socialmedia nichts bringt. Dass die Website zwar jetzt live ist, aber irgendwie greift niemand auf diese zu. Man würde nichts verkaufen. Andere fragen mich nach optimalen Veröffentlichungszeiten von Postings. Und sie geben zu erkennen, dass sie einfach wild drauflos posten. Postings raus, wenn es sich grad ergibt. Ein solches Vorgehen zeigt, da ist keine Strategie dahinter und man hat sich wohl auch noch keine Gedanken darüber gemacht, dass ein langer Atem für den Erfolg im Content Marketing notwendig ist.

Unternehmen müssen das Durchhalten lernen

Schon in einem früheren Beitrag wies ich auf die Notwendigkeit von Strategie hin. Strategie kann man als „definierte Verhaltensform gegenüber eines Sachverhaltes“ beschreiben. Und wenn wir uns einer bestimmten Verhaltensform verpflichten, erst dann können wir langfristig Ergebnisse erzielen. Was alle Strategien eint, sind drei Merkmale: nämlich ihre Langfristigkeit, die Wiederholbarkeit von Prozessen und ihre Individualität.

Eine Strategie wird immer individuell an einen Sachverhalt angepasst, den man strategisch entwickeln möchte. Dafür bedarf es starker Strukturen, die wiederholbare Prozesse zulassen. Und all das passiert nicht von heute auf morgen, sondern ist ausschließlich langfristig angelegt. Wenn wir von Langfristigkeit sprechen, dann von Zeiträumen über 3 bis 5 Jahre. Also ist eine Strategie ein langfristiges Unterfangen von mindestens 3 Jahren, was für ihre Umsetzung kontinuierlicher und laufend wiederholbarer Prozesse bedarf.

Genau das meine ich mit Ausdauer als Schlüsselkompetenz. Wer über das notwendige Durchhaltevermögen verfügt, wird im Content Marketing einen Erfolgskurs einschlagen. Wer meint, nach ein paar Monaten sei der Sache genug, und sie wäre mühsam und würde keinen Spaß mehr machen, sollte vom Content Marketing schleunigst Abstand nehmen. Ehrlich. Das meine ich total ernst. Weil es nichts bringt und Energie, Zeit und Geld frisst.

Beispiele für langfristigen Erfolg

Diese Ausdauer als Schlüsselkompetenz macht sich bei folgenden Beispielen bezahlt.

  • Beim Start eines Firmenblogs kommt es darauf an, eine gute Vernetzung der dort veröffentlichten Inhalte mit der Firmenwebsite und den Socialmedia-Plattformen des Unternehmens herzustellen. Dann ist man auf einem guten Weg, innerhalb von 12 Monaten rund 30 Prozent mehr Traffic auf die Firmenwebsite zu generieren. Funktioniert die Website als Verkaufsplattform, wird man diesen Zuwachs am Umsatz messen können.
  • Suchmaschinen-Optimierung (SEO) greift nicht sofort, wohl aber nach 4 bis 6 Wochen. Meine Erfahrung ist, dass regelmäßige SEO übers Jahr verteilt gute Erfolge tätigt. Man muss nur wissen, was man zu welchem Zweck optimieren will. Deswegen sind Ziele und Kennzahlen, sowie deren Auslesen so wichtig im Content Marketing. Auf jeden Fall wird eine höhere Auffindbarkeit in Google sich auf den Umsatz und die Markenbekanntheit positiv auswirken.
  • Socialmedia-Plattformen sollten ausschließlich nach der Kundenzielgruppe gewählt werden. Sprich: Man ist dort vertreten, wo auch die Zielgruppe vertreten ist. Findet man seine Zielgruppe beispielsweise auf Instagram, dann wird man diesen Kanal nützen usw. Langfristiger Erfolg, also über mindestens ein Jahr hinaus, kann sich nur einstellen, wenn man die Zielgruppe und seine Personas genau kennt. Das schafft bei dieser eine höhere Awareness und Kundenbindung.
  • Wer seine Zielgruppe in sozialen Medien genau verfolgt, immer wieder beobachtet, was diese Liken und bei welchen Themen sie bereit sind, zu kommentieren und sich an der Diskussion zu beteiligen, der steuert auf Erfolgskurs. Warum? Weil man mit diesen Informationen genau weiß, welche Themen vertieft werden und was die Zielgruppe interessiert. Dort wird angesetzt mit immer neuen Beiträgen und regelmäßig erscheinenden Postings. Auch dafür bedarf es Zeit, mindestens ein Jahr, bis die User bemerken, dass man etwas zu einem Thema zu sagen hat. Es kann gut sein, dass sich damit neue Kunden gewinnen lassen.
  • Um sich beim User wirklich zu verankern, benötigt es locker mal zwei Jahre. Eine bekannte Reisebloggerin meinte einmal zu mir, sie hätte die ersten beiden Jahre ihrer Tätigkeit als Bloggerin ausschließlich „Socialmedia wie Sau“ für die Aufbauarbeit gemacht. Soll heißen: posten, posten, posten und vernetzen und kommentieren und Content produzieren. Aber immer mit Fokus auf die Zielgruppe. Heute zählt die Reisebloggerin nach 6 Jahren zu den 60 aktivsten und besten Blogs in Österreich.

Wohin geht die Reise?

Aus meiner Erfahrung als Socialmedia Manager heraus, darf ich dich warnen. Wenn du dich für den Weg eines guten Content Marketings entscheidest, dann rechne gleich mal mit folgenden Eckpfeilern.

  • 1 Jahr bis die Strategie steht, die perfekt mit der Customer Journey deiner Personas matched.
  • 1 Jahr begleitender Aufbau und Auswahl der Socialmedia-Plattformen inklusive Optimierung deines Webauftritts.
  • Aufbau eines Expertenstatus als Teil deiner Online-Reputation in deinem Arbeitsgebiet dauert 2,5 bis 3 Jahre.
  • Erste Ergebnisse nach ersten Optimierungsmaßnahmen nach 12 bis 16 Monaten (hängt von den Kennzahlen ab).
  • Und du beginnst erst nach 2 Jahren dich bei deiner Zielgruppe mit deinem coolen Content Marketing zu verankern. Sodass du dort fester Bestandteil in deren Medienverhalten bist.

Es braucht Zeit am Weg zum Erfolg. Also entwickle deine Ausdauer als Schlüsselkompetenz im Content Marketing. Bleib dran und setz deine Mitarbeiter, die sich um deinen Content kümmern nicht jeden Monat unter Druck, weil sie in deinen Augen „ja gar nichts tun, außer ein wenig Facebook und vorm Computer sitzen.“ Das ist einfach unfair, weil gutes Content Marketing harte Arbeit ist. Gleichzeitig bleiben dir aber auch wenige Alternativen zum Content Marketing. Denn um heute den Kunden 4.0 zu erreichen, musst du Content Marketing machen. Er verlangt es sogar von dir. Es bleibt dir also nichts anderes übrig als „Ärmel hochkrempeln“ und MACHEN.

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