Schon zum Jahreswechsel fielen mir Artikel in den unterschiedlichen Sozialen Netzwerken auf, die auf dringend notwendige Veränderungen im Mittelstand hinweisen. Veränderungen, welche die Digitalisierung und Digitale Transformation bewirken. Kaum ein Beitrag, der nicht nach Change Management ruft und der dies auch anschaulich mit einer Grafik darstellt. Um eine solche Grafik und ihre Kernaussage geht es in diesem Beitrag, um die Matrix des Change Management Modells von Ambrose.

Auch für Grafiken gilt im Content Marketing und ganz generell für das Veröffentlichen von Informationen aus urheberrechtlichen Gründen: Die Quelle musst du immer angeben. Und wenn du schon eine eigene Grafik entwickelst, dann sollte dort auch „Eigene Darstellung nach…“ stehen.

Fair bleiben mit den Quellen, auch wenn sie uralt sind

Aktuell trifft man in den sozialen Netzwerken die Matrix „Change Management Model“ besonders häufig an. So fällt mir auf, dass diese Darstellung eines Veränderungsprozesses nach Anthony bzw. Delores Ambrose (1987) oder Tim Knoster (1991) im deutschen Sprachraum auch gerne als „auf dem eigenen Mist gewachsen“ verkauft wird, indem diesen die Quelle fehlt. Das originale Copyright dieser Grafik (Change Management Model) wird übrigens von Dr. Mary Lippitt (1987) beansprucht (siehe CLI). Darauf weisen aber die ins Deutsche übersetzten Darstellungen und Beiträge zu dieser Matrix nicht oder unvollständig hin.

So könntet ihr diese Matrix zum Change Management schon gesehen haben. Ich habe diesen Screenshot auf der entsprechenden Seite von researchgate genommen.

Manche werden diese Change Management-Darstellung aber auch als Knoster Model kennen. Dann sieht sie wie hier links dargestellt aus. Du findest diese Grafik unter diesem Link.

All diesen Darstellung ist gemein, sie stammen aus den 1980er Jahren. Vielleicht will man deswegen nicht auf die ursprünglichen Quellen verweisen? Schreiben wir doch aktuell das Jahr 2019. Und verwenden wir diese Grafiken doch im Kontext einer modernen Change Management-Debatte. Man könnte bei Nennen der tatsächlichen Urheberschaft wohl schnell Gefahr laufen, einen alten Hut aus der Reserve hervorgezaubert zu haben.

Der Mittelstand kämpft mit Change Management

Trotz ihres Alters haben die Darstellungen des Ambrose Change Management Modells das Potenzial, einen Weg aus dem Dilemma, in dem sich so viele mittelständische und kleine Unternehmen (KMU) befinden, aufzuzeigen. Denn die Digitalisierung überrollt sie, die notwendigen Veränderungen, auch für das Marketing, im Betrieb finden nur mühsam statt. Diagnostizierte W&V schon im Oktober 2017 vier markante Probleme im Marketing des Mittelstandes: Tagesgeschäft schlägt Marke, Marketing ist Handlanger des Vertriebs, Hauruck-Aktionen kosten Ressourcen, der Digitalisierung hinterherhinken. Alles nur, weil Change nicht stattfindet, Strategie und planvolles Vorgehen fehlen.

Auch die Digitalisierungsstudie der WKO von September 2018 stellt fest, dass die österreichischen KMU den dringend nötigen Veränderungen hinsichtlich der Digitalen Transformation ganz schön hinterherhinken. Strategien fürs digitale Marketing fehlen, und der Bedarf an Unterstützung für die Beratung und Umsetzung der Digitalisierung wird von 48 % der Betriebe gewünscht. Das heißt, die wissen nicht wie das Thema angehen, wie die Veränderung umsetzen. Gleichzeitig wollen 34 % der österreichischen KMU keine Änderung hinsichtlich der Digitalisierung ihrer Betriebsabläufe. Sie wollen weitermachen wie bisher. Die Studie kannst du unter dem folgenden Link übrigens downloaden.

Doch genau für diese Fälle kann die Darstellung des Ambrose Change Management Modells hilfreich sein. Drückt es doch aus, dass sich die Menschen in einer Organisation verändern müssen. Der technologische Fortschritt treibt wie von selbst voran, ja auch uns Marketer vor sich her. Aktuell geschieht das mit der Debatte der Marketing-Automation. Aber die Menschen sind der Knackpunkt. Wenn die nicht wollen, dann passiert gar nichts. Dann steht der Laden und man sieht keinen Bedarf zur Digitalisierung des Unternehmens.

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