Mich hat es beinahe umgeworfen, als ich erfuhr, dass bei Seminarteilnehmern quasi nichts hängen bleibt. Das liegt nicht an den Inhalten. Der Grund dafür liegt im Verhalten der Teilnehmer selbst. Von denen ist der Großteil nämlich ein Gewohnheitstier, das innerhalb weniger Stunden in alte Muster zurück verfällt. Was vor ein oder zwei Tagen vermittelt wurde, wird enorm schnell wieder vergessen. Ja, es verschwindet sogar aus der bewussten Wahrnehmung, als ob dieses neu Gelernte nie vorhanden war.

Zwischen 0 und 20 Prozent bleiben hängen – das ist echt wenig

Im Gespräch mit Kollegen diskutierte ich über folgendes Phänomen. Man verweist Teilnehmer in Seminaren auf von ihnen zuvor schon absolvierte Seminare. Die können sich aber scheinbar an die dort vermittelten Inhalte nicht mehr erinnern. Sie behaupten, das Thema sei ihnen völlig neu, obwohl es im vorherigen Seminar nachweislich angesprochen wurde. Ähnlich zeigt sich dieses Phänomen bei Beratungen. Von einer Einheit zur nächsten scheint alles wieder vergessen.

Wenn du sowas hörst, dann beginnst du am Verstand der Leute zu zweifeln. Du fühlst dich von solchen Aussagen verarscht. Dabei bestätigen Wissenschaftler, dass jener Anteil nachhaltig gemerkter Seminarinhalte zwischen 0 Prozent und 20 Prozent liegt. Sprich: die Teilnehmer konnten sich nur zwischen Nichts und einem Fünftel der Inhalte merken. Das ist verdammt wenig!

Ich erinnere mich noch gut an eine, beinahe handgreiflich gewordene Auseinandersetzung, bei der mein Gegenüber der felsenfesten Überzeugung war, nie von einem bestimmten Update einer Webseite erfahren zu haben. Ich konnte aber mit einer E-Mail beweisen, dass dem nicht so wahr. Mein Gegenüber verbiss sich jedoch in Rechtfertigungen, denen mit sachlichen Worten nicht mehr beizukommen wahr. Es fehlte einfach die Erinnerung daran. Das Gewohnheitstier hatte alles Neue verdrängt.

Angelika Wohofsky

Punktuelle Infos können nicht gelernt werden

Digitale Medien leisten dieser flachen Lernkurve gute Dienste. Sind die meisten unter uns ja aufs „Knöpfchendrücken“ – auch „Buzzern“ genannt – konditioniert. Fürs Drücken muss man nichts lernen. Das Verhalten muss nicht verändert werden, wenn es nur gilt, den richtigen Knopf oder Button zu finden. Überlegungen dahinter zur Lösung des Problems erscheinen für viele unnötig. Wir nützen diesen Sachverhalt beispielsweise im Usability Design von Webseiten. Vermittelt eine Webseite unklare Anweisungen (=wo man als User drücken muss), dann provozierst du viele Absprünge und die Webseite bringt für deine Firma nichts.

Gleichzeitig rufen mich manchmal Kunden an, die zuvor an einem Seminar teilgenommen hatten, und fragen verzweifelt, wo sie denn drücken müssen, weil die Funktion im Tool nicht funktioniert. Angeblich. Gleichzeitig geben diese Kunden zu, schon seit einigen Wochen nicht mehr mit dem Tool gearbeitet zu haben. Und sie hatten anscheinend vergessen, in den Unterlagen nachzusehen.

Heute weiß ich, diese Leute können absolut nichts für ihre „Blödheit“. Es liegt daran, dass sie nicht gelernt haben, ihr Verhalten zu ändern. Das Seminar war falsch angelegt. Viel zu kurz, viel zuwenig Platz fürs Training. Es hat nicht zum permanenten Üben angeregt. Die Teilnehmer haben zwar Neues erfahren, bekamen aber nie die Chance, das Neue auch regelmäßig im Alltag umzusetzen und sich das Neue damit anzutrainieren.

Was bedeutet das für mich?

Punktuelle Beratungen wie auch punktuelle Seminare greifen viel zu kurz. Sie sind der vielzitierte Tropfen auf dem heißen Stein. Diese Leistungen sind auch nur etwas für den Typ Mensch, der sich schnell begeistern lässt, aber am nächsten Tag in lieb gewordene Gewohnheiten zurückfällt. Man erkennt solche Charaktertypen an der Vielzahl ihrer Ausreden und „ja aber“-Formulierungen. Sie sagen schnell, jetzt motiviert zu sein. Aber dieser Energieschub reicht nicht einmal bis zum nächsten Tag. Wirklich was verändern wollen diese Gewohnheitstypen nicht. Die Inspiration (zum Beispiel durch ein Seminar oder eine punktuelle Beratung), dass es da noch etwas anderes für sie gäbe, ist ihnen genug der Motivation.

Mit dem neuen Wissen müssen sich auch Gewohnheiten ändern lassen

Ich selbst möchte aber etwas bewirken. Ich möchte meine Kunden sich verändern sehen. Hin zu neuer Kommunikation, neue Anwendungen und Services mit ihren Unternehmungen und Vorhaben. Veränderung gelingt heute nur mehr, wenn man völlig neue Wege geht. Mit den alten Systemen, Strukturen und Gewohnheiten lässt sich nichts Neues schaffen. Bestes Beispiel sind Unternehmen, die zwar mehr öffentliche Wahrnehmung auch im Internet wollen, selbst aber mit einer sturmalten Webseite kommunizieren. Sturmalt bedeutet: nicht für Mobiltelefone tauglich, eine Usererfahrung (User Experience) wie aus den Nullerjahren, Inhalte viel zu dicht und viel zuviel davon, unübersichtlich, verwirrend, und vielleicht noch ohne SSL-Zertifikat. Also für die heutigen User und Menschen, die man damit ansprechen möchte, völlig ungeeignet. Für die heutigen Online Medien und Mobilgeräte (mobile devices) und Suchmaschinen unbrauchbar.

Also muss ich mich meinen Kunden länger widmen. Die punktuellen Angebote und Beratungen dürfen sein. Das ist auch gut so. Aber für jene, die wirklich etwas verändern wollen, braucht es Training. Und eine Begleitung über Wochen und Monate hinaus. Schließlich baut man ein Unternehmen auch nicht von heute auf morgen auf. Eine Unternehmung ist ein Marathon. Das sagen alle erfolgreichen Menschen, die eine Firma führen.

Wer sich wirklich verändern will, geht ins Master Coaching

Ich bin mir dessen voll bewusst, dass ich mit meinem Angebot des Master Coachings nur maximal 10 Prozent dieser Wollenden, dieser Unternehmerinnen da draußen ansprechen kann. Weil es eben viel zuviele Gewohnheitstiere gibt. Ich spreche jene an, die ihre Automatismen ablegen und abtrainieren wollen und damit in Sachen Online Kommunikation und Marktkommunikation sich einen Meilenschritt vornehmen. Die genau wissen, dass Sie in einem Jahr ganz woanders mit ihrem Betrieb dastehen wollen, als es jetzt der Fall ist. Genau diese Typen, diese aktiven Steuerfrauen und Steuermänner spreche ich an. In Zahlen ausgedrückt können das durchaus an die 30.000 Unternehmensinhaber in Österreich sein – die EPUs noch gar nicht mitgezählt.

Was macht dieses Master Coaching anders?

Das Master Coaching ist ein 6-monatiges Programm, bei dem die gesamte Unternehmenskommunikation auf die Verwendung von Online Medien hin optimiert wird. Der Prozess ist tiefgreifend und umwälzend. Er setzt auf wöchentliches Training und Veränderung bisheriger Gewohnheiten im Marketing und der Kommunikation des Betriebs.

Das Coaching läuft streng nach Plan, bei dem bestimmte Qualitätslevel erreicht werden müssen. Wöchentlich vereinbaren Sie mit sich einen Termin zum Lernen, Umsetzen und Reflektieren. Bei diesen Terminen begleite ich Sie mit Inputs, Coaching und den passenden Fragen. Fragen, denen Sie sich vielleicht noch nie gestellt haben. Die aber wichtig sind, um wirklich weiter zu kommen.

Fazit – Gewohnheiten ändern

Wenn ich jetzt die Wahl hätte, nichts zu lernen und eine Art Seminar-Tourismus zu betreiben – manche sammeln ja Seminare, Workshops und Weiterbildungen wie andere ihre Urlaubsdestinationen. Oder ich wüsste ein Trainingsprogramm, mit dem ich, wenn ich brav trainiere, so ziemlich alles erreichen könnte, was ich mir heute nur vorstelle. Was würde ich also tun?

Vermutlich würde ich das Training erst dann buchen, wenn es so richtig weh tut. Wenn mein Leidensdruck groß genug ist, um den aktuellen Zustand endgültig abzustellen. Genau dann werde ich aber auch die Ernsthaftigkeit mitbringen, die Sache zu 100 Prozent durchzuziehen.

Als ausgebildeter Sport Mental Coach weiß ich, die Veränderung lassen wir erst dann zu, wenn wir wirklich nicht mehr weiter wissen und unsere Sehnsucht trotz allem stärker brennt als je zuvor. Alles bis dahin vermittelte wird vergessen, als ob es nie gesagt worden war.

Angelika Wohofsky
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