Erik Händeler bringt es auf den Punkt. Ein langer Strukturzyklus kommt zu seinem Ende – Mitauslöser ist wohl der Corona-Virus. Noch mehr Investitionen in die Technik, können die Produktivität nicht mehr steigern. Die Steigerungsraten gehen gegen Null. Weil der Mensch im Hintergrund nicht in seinem Verhalten produktiver wurde.

Händeler verweist auf Kondratieff, der sagt, dass nur die Investition in den „Flaschenhals“ aus der Krise führt. Er meint damit, den knappsten Produktionsfaktor produktiver zu machen. Mit Wolfgang Mewes (EKS, Engpass konzentrierte Strategie) gesagt, das entlang der Wertschöpfungskette beim Zielkunden oder auch Stakeholder brennendst empfundene Problem muss gelöst werden, was am kybernetisch wirkungsvollster Punkt ansetzt.

Noch mehr Investitionen in die digitale Infrastruktur von Betrieben werden den ins Trudeln geratenen Mittelstand nicht aus der aktuellen Corona-Krise führen können. Der Flaschenhals in den Betrieben ist nämlich der Mensch, mit seinen Grabenkämpfen, dem Silodenken, der Abschottung einzelner Abteilungen innerhalb der Unternehmensorganisation, eine daraus resultierende schlichtweg nicht vorhandene Fehler- und Streitkultur, gepaart mit Verständnisproblemen der Mitarbeiter untereinander sowie destruktives Verhalten aller Beteiligten.

Wir müssen also in den Umgang mit Wissen und in die Menschen im Betrieb investieren. Die Technologie erleichtert höchstens die Abläufe und darf ja auch so zur Anwendung gelangen – ich weiß, das hören IT-ler oder für auf Technik fokussierte Digitalisierungsprogramme Verantwortliche gar nicht gerne. Produktivitätsengpässe werden aber von der Technologie nicht mehr gelöst. Schließlich hapert es ja an der Unternehmenskultur, an der Haltung aller Beteiligten. Und – die Produktivität zu heben liegt ja tief in den „Genen“ unseres Wirtschaftssystems.

Bildung, Gesundheit und Zusammenarbeit – diese 3 Bereiche rücken jetzt ins Zentrum wirtschaftlicher Überlegungen und Entwicklungen. Aus diesem Grund funktioniert wohl auch ein rein auf Gewinn ausgerichtetes Motiv, ein Unternehmen zu führen schlichtweg nicht mehr. Die Unternehmen müssen sich auf ihre Kunden und ihren Mehrwert für die Gemeinschaft als intrinsische Motivation ihres Handels fokussieren.

Hier der Beitrag auf XING, von Erik Händeler, dem führenden Experten zu Kondratieff-Zyklen.

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