Die Online-Sichtbarkeit ist ohne Zweifel wichtig. Wird das Unternehmen nämlich im Internet nicht gefunden, existiert es schlichtweg nicht für potenzielle Kunden. So beginnt der Kauf mit einer Google-Suche. Rund 80 % aller Käufer haben sich zuvor im Internet über das Produkt oder die Dienstleistung informiert. Doch wie sieht das bei Branchenverzeichnissen aus?

Diese Wichtigkeit, im Internet gefunden zu werden, zieht auch den Eintrag in Branchenverzeichnisse nach sich. Wir Marketing-Berater raten auch zu einem solchen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Denn allzu oft tappen Unternehmen in eine Kostenfalle, die aus dem Kleingedruckten hervorgeht.

Kostenpflichtige Brancheneinträge prüfen

Finger weg also von Brancheneinträgen, die dafür eine Gebühr einheben und keinen kostenlosen Eintrag als Standard-Eintrag bieten. Finger weg zudem von Firmenverzeichnissen, die auch die Einrichtung einer Webseite bieten bzw. den Eintrag ins Verzeichnis an die Einrichtung einer Webseite koppeln.

Warum ist das ein Fehler? Weil die Webseite einer der wenigen Bereiche im Marketing darstellt, die dem Unternehmen gehört. Wir nennen das „Owned Media“. Und alle wichtigen Inhalte für Kunden, die unsere Existenz sichern, sollten wir niemals in fremde Hände legen. Das wäre aber der Fall, wenn Sie einen Brancheneintrag mit der Gestaltung einer Webseite durch das Branchenverzeichnis vornehmen lassen. Damit ist meist der Webseitenbetreiber das Branchenverzeichnis und Sie mieten nur die Plattform. Die Webseite gehört nicht wirklich Ihnen. Die Webseite sollte aber Ihnen gehören, Ihnen bzw. Ihrem Betrieb. Genauso wie auch die Domaine (die Webseiten-Adresse oder auch URL genannt) sich im Besitz des Unternehmens befinden soll.

Im Worst Case bedeutet das: Wenn Sie aus dem Vertrag herauswollen, verlieren Sie auch die Webseite und im schlimmsten Fall auch die Domaine. Was dann tun, wenn auf den Visitenkarten, am Firmenwagen, auf dem Briefpapier, auf Broschüren usw. diese Webseiten-Adresse steht?

Webseite ist und bleibt Chefsache

Leider fallen immer noch Unternehmer auf solche Anbieter herein, da es ja als angenehm und erleichternd empfunden wird, wenn einem kleinen Betrieb diese „lästige Sache mit der Webseite“ abgenommen wird.

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Als Unternehmensberaterin rate ich dazu, solche Angebote genauestens anzusehen und beim geringsten Zweifel abzulehnen. Zeigen Sie solche Webseiten-Angebote mit Firmeneintrag auch Ihrem Anwalt. Denn es könnte sich dahinter eine langjährige und kostspielige Bindung verstecken, die schnell mal die Summe eines neuen Servicewagens für Ihren Betrieb ausmachen kann. Mit dem Beigeschmack, dass Sie über Jahre aus dem Vertrag nicht herauskommen.

Einträge in Branchenverzeichnisse sollten Sie mit Ihrem Unternehmensberater oder Marketing-Berater besprechen. Geben Sie den kostenfreien Einträgen den Vorzug. Und achten Sie dabei, dass Sie Verzeichnisse wählen, die entweder die Interessen Ihrer Kunden vertreten oder die Ihre Branche als Auswahlkriterium anbieten.

Vergessen Sie auch nicht auf den Eintrag im Firmen A–Z der österreichischen Wirtschaftskammer. Diese Plattform wird von Google sehr gut gefunden und viele Betriebe führen dort noch immer einen unvollständigen Firmeneintrag, ohne Angaben von Kontaktmöglichkeit und Webseite. Damit verhindern Sie die Sichtbarkeit Ihres Unternehmens im Internet.

Lassen Sie außerdem in Ihre Firmenwebseite die Google Search Console integrieren. Das macht Ihr Webmaster oder Ihre Webagentur. So können Sie auslesen, welcher Brancheneintrag Ihnen die meisten Zugriffe auf die Webseite bringt, um diesen infolge dann auch zu optimieren.

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