E-A-T – Kennen Sie dieses Kürzel?

„E-A-T, kennen Sie dieses Kürzel?“ – diese Frage stelle ich Kunden, wenn mich diese auf die Probleme mit ihrer Firmenwebsite ansprechen. Das häufigste Problem dabei: kaum Traffic auf der Website, keine Anfragen von Kunden wurden über diese generiert. Gerne wird dann noch betont, dass ein Familienmitglied Informatik studiert hätte und sich um die Firmenwebsite kümmert. Man die Website inhouse betreut, aber nicht versteht, weshalb sie nicht funktioniert.

Bist du ein Selbermacher?

Auch du befüllst deine Firmenwebsite selbst mit Inhalten? Dann ist es ja gut, wenn dir dieses Kürzel etwas sagt. Wenn dir E-A-T aber absolut nichts sagt, und du trotzdem deine Webseite redaktionell in Eigenregie betreust, solltest du dich unbedingt mit für Suchmaschinen optimierte Texte und dem E-A-T Score auseinandersetzen.

E-A-T – das Kürzel steht für 3 Säulen, auf die dein Google Ranking aufbaut. Die Buchstaben stehen für folgende Attribute:

  • Expertise
  • Autorität und
  • Trust – englisch für Vertrauenswürdigkeit oder Vertrauen

Google weist seit Ausrollen seines neuen Algorithmus BERT, das war in 2019, besonders auf die Wichtigkeit dieses E-A-T Scores hin. Denn diese Suchmaschine prüft Webseiten-Inhalte auf genau diese Attribute. Die Höhe des E-A-T Scores entscheidet dabei, ob deine Website in den Sucherergebnissen ganz vorne gelistet wird.

Google gibt die Richtung vor

Wie kommt Google zu seinem Ranking? Der Google-Algorithmus sucht nach Verlinkungen (Backlinks) und nach inhaltlich, redaktionell, sprachlicher Qualität der Texte, die es anhand der Attribute „Expertise, Autorität, Trust“ bewertet. Auch die Relevanz der Inhalte einer Website für die Branche versucht der Algorithmus einzustufen.

Eine Entität wird durch den Algorithmus erzeugt

Außerdem werden die Inhalte mit deiner Person und deinem Unternehmen verknüpft betrachtet. So entsteht eine Entität, eine gegebene Größe oder Einheit. Eine Einheit in Form deiner Person, deiner Kompetenz und deines Unternehmens an einem bestimmten Ort dieser Welt.

Wenn du also über Gott und die Welt kommunizierst (auch auf Social Media, weil Google sieht in öffentlichen Profilen, was du dort tust), und dich dann wunderst, dass deine kleine Firma schlecht gefunden wird, dann kann das an deinem Allerwelts-Content liegen. Google erkennt in diesem Fall nicht, worin du wirklich gut bist und worin deine eigentliche Expertise besteht. Die Suchmaschine betrachtet deine Firmenwebsite dann als nicht besonders nützlich für seine User:innen. Und du wirst nicht mehr „gefunden“ = du tauchst auf Seite 1 der Suchmaschinenergebnisse nicht mehr auf.

Ich wundere mich, wenn sich selbst Content-Profis auf ihrem öffentlichen LinkedIn-Profil über Gott und die Welt auslassen. Und diesen Postings der Kontext zur Arbeitswelt dieser Profis fehlt. Obwohl genau diese Leute es eigentlich wissen müssten, dass man als Person (Entität) nicht für ein breit gestreutes Themengebiet von Google erkannt werden kann.

Angelika Wohofsky

Selbst die technische Umsetzung deiner Inhalte wird von Google beurteilt. Die Technik ist Teil deiner Entität. Schließlich ist bei der Websiteerstellung auf Kriterien wie Nutzerfreundlichkeit, zielgruppengerechte Inhalte, die technisch sauber umgesetzt werden, und auf Suchmaschinenoptimierung zu achten. Und die Google-Suchmaschine will ja ihren Nutzer:innen eine hohe Nutzererfahrung bieten. Die ist dann gegeben, wenn User:innen exakte Antworten auf ihre Frage bei Google finden.

E-A-T ist ein Profi-Job

Das bedeutet, bloßes Copywriting ist kontraproduktiv. Gleiches betrifft kolportierte Behauptungen, die nicht mit Datenevidenz belegt sind. Um für Google relevante Inhalte zu erzeugen bedarf es spätestens seit 2019, seit BERT, ausgeprägter journalistisch, redaktioneller Kompetenzen. Man braucht technisch erfahrene Texter:innen und Content-Producer:innen, die die technischen Anforderungen der digitalen Kommunikation umzusetzen verstehen.

Mangelt es dir an diesem Kompetenzbündel, dann könntest du, in den Augen von Google, schwerwiegende Fehler produzieren, die sich negativ aufs Google-Ranking deiner Webseite auswirken.


TIPP: Es ist auch nicht gewährleistet, dass deine Webagentur über diese Kompetenzen zum Erreichen eines hohen E-A-T Scores verfügt! Frage die Leute, die dort arbeiten, ob deren Texter:innen ausgebildete Journalist:innen mit hoher SEO- und Technik-Kompetenz sind. Und ob die Agentur auch über Google Zertifikate verfügt, sich eventuell als Google Partner ausweisen kann.


Vertrauenswürdig nur mit Expertise

Vertrauenswürdig werden deine Inhalte, wenn diese fachlich wirklich relevant sind, sie wahr sind, und sich auf die Themenwelt der Kunden beziehen. Um dies zu gewährleisten, bedarf es deiner Kenntnis zu speziellen Customer Touchpoints. Den Punkten, die du im Web streust, und über die deine potenziellen Kund:innen zu dir finden.

Hierbei setzt gleichzeitig die Arbeit des strategischen Content Marketings an. Und genau hier, zwischen Websiteentwicklung und Suchmaschinenoptimierung, ist auch die Schnittstelle zum Marketing zu sehen. Eine Ausbildung nur für Online Marketing, der genau diese technische, ganzheitliche Komponente fehlt, wird dir also kaum helfen, professionell digital zu kommunizieren und Kund:innen im Web abzuholen.

Diese Arbeitsgebiete aus Technik, Marketing und vertrieblicher Umsetzung der Website müssen unbedingt Hand in Hand arbeiten, will dir deine Firmenwebsite auch neue Kund:innen bringen. Und willst du mit deiner Expertise bekannt werden.

Studien haben außerdem gezeigt, dass Investitionen in die Customer Touchpoints den Umsatz eines Unternehmens langfristig um 22 % steigern können.

Angelika Wohofsky

Relevant durch fachgerechte Onpage-SEO und technische SEO

Relevanz wird zudem auch über eine gut gemachte Onpage-SEO erzeugt, die mit Maßnahmen der technischen SEO unterstützt werden. Soll heißen, deine Website muss bestimmte technische und inhaltliche Kriterien erfüllen, die für das Gefundenwerden durch Suchmaschinen wichtig sind. Die häufigsten Fehler, die ich in der Praxis dazu beobachte, sind:

  • Viel zu große Bildformate vor allem bei WordPress-Seiten; die Bilder sind größer als 100 Kb und noch mit der Originalauflösung von 300 DPI oder größer bzw. über 1200 px-Größe hochgeladen worden;
  • Bilder sind im falschen Dateiformat gespeichert und es fehlt ihnen ein SEO-optimierter Dateiname; Gut wäre, den Google-Empfehlungen zu folgen und die Bilder im WebP-Format hochzuladen.
  • Fehlende ALT-Texte bei den Bildern behindern den barrierefreien Zugang zu Informationen im Web; Barrierefreiheit für Websites ist in Österreich per Gesetz seit Jänner 2016 vorgeschrieben.
  • Die Meta-Beschreibungen (Meta Description) der einzelnen Seiten wird automatisch erstellt, da sie nie eingepflegt wurde. Das sind jene 2 Zeilen Text, die unter dem Link auf der Ergebnisseite von Google angezeigt werden. Sie sind entscheidend, ob jemand auf den Link klickt und so zu deiner Website gelangt. (Snippet-Text oder SERP-Text).
  • Unnötige CSS und Java-Script Dateien lädt der Browser; das sind Style Sheets, die Programmierer hinterlassen, diese aber zur Darstellung der Website durch den Browser nicht notwendig sind, die Ladezeit der Website aber deutlich verlangsamen. Ladezeiten sind ein wichtiges Kriterium für die Nutzererfahrung.
  • Der Domain fehlt das SSL-Zertifikat; hier ist Google sehr genau, denn es beurteilt auch, ob datensicheres Surfen auf deiner Website möglich ist.
  • Die Website ist nicht responsiv und wird nicht auf Smartphones oder Tablets angepasst dargestellt
  • Dem inhaltlichen Aufbau fehlt eine Überschriften-Hierarchie, beginnend bei H1 und endend maximal bei einer H4. Oder manche Seiten haben gleichlautende Überschriften; zweimal dasselbe bei unterschiedlichen Informationen kann Google nicht priorisieren.

Häufiger Fehler bei selbst erstellten Websites

Absolut jede Website folgt einer konventionellen Logik. Diese Logik unterscheidet innerhalb der Website nach Funktionen definierte Seitentypen. So gibt es den Typ „Startseite“, oder den Typ der Leistungsseiten, der Produktseiten oder der Kontaktseite. Auch die „Legal Pages“ (Seiten für Impressum, AGB, Datenschutzerklärung) stellen einen eigenen Seitentyp dar.

Wir bezeichnen einen Seitentyp gerechten Aufbau einer Website in der Praxis als „Informationsarchitektur„. Und die ist wesentlicher Teil einer Websitekonzeption, welche bei vielen selbst erstellten Websites einfach fehlt.

Wer seine Website selbst baut, hat meist wenig bis überhaupt keine Kenntnis zu diesen Seitentypen und ihrer inneren Logik. Denn selbst ein Blog folgt einer speziellen Funktionslogik, die eingehalten werden muss, weil sie von Google erkannt wird.

Keinesfalls sollte für jedes Thema eine eigene Seite angelegt werden. Diesen Fehler machen zu 99,9 % jene, die ihre Website ohne Fachkenntnis mit WordPress selbst erstellen. Das einfache CMS verleitet dazu, eine viel zu komplizierte Informationsarchitektur für die Website zu errichten.

Angelika Wohofsky

Die User leiden am meisten unter diesen Fehlern

Unter diesen Fehlern leiden dann auch die Usability und die User Experience. Die Webseite ist viel zu kompliziert aufgebaut und unübersichtlich gestaltet. Es fehlen wichtige Buttons zur Kontaktaufnahme (Call to Action; ein Kontaktformular auf der Kontakt-Seite ist zuwenig!) und wichtige Orientierungspunkte für die User:innen.

Meist führt die Menüstruktur ins Nirvana und die User:innen kennen sich nach mehrmaligem Klicken nicht mehr aus, wo sie jetzt eigentlich gelandet sind. Derart verwirrte User:innen springen in der Regel ab und kommen nie wieder zu dieser Website zurück. Sie gelten als für immer verloren.

Der Fehler liegt einzig nur bei dir. Die selbst gebastelte Website erfüllt nicht die Suchintention und die Erwartungshaltung der User:innen. Sie macht es diesen schwer, sich bei dir zurecht zu finden. Und was du als leicht empfindest, muss nicht automatisch auf deine potenziellen Kund:innen zutreffen!

Es macht nämlich einen Unterschied, ob jemand auf der Startseite landet oder über einen Blogbeitrag zu dir findet. Deswegen musst du Kenntnis über deine Customer Touchpoints verfügen, BEVOR du eine Website selber baust. Und es gilt, allgemein gültige Kriterien für eine gelungene Usererfahrung einzuhalten.

Viele selbst gebastelte Websites zeigen extrem geringe bis gar keine Anpassung an die Suchintention, an die Konvention im Design und beim Kundenfokus. Sie glänzen durch überzogene Selbstinszenierung, die wirklich niemand mehr da draußen sucht, geschweige denn, im Web sehen will.

Angelika Wohofsky

Beachtest du diese E-A-T Kriterien?

Frage dich jetzt, ob du diese Kriterien und Kompetenzen überhaupt besitzt, um noch weiter an deiner Website selbst herumzubasteln. Viele Stunden in etwas zu investieren, was dir am Ende nichts bis wenig bringt.

Dein primärer Fokus sollte immer auf der Methodenkompetenz für SEO und Content Redaktion liegen. Übrigens, diese Kompetenzen gelten auch als unabdingbare Notwendigkeit zur Betreuung eines Firmenblogs!

Besitzt die Person, die dein Blog schreibt, auch diese Fachkompetenz? Wenn nicht, dann hilf ihr, sich darin weiterzubilden. Und dann steht der selbst entwickelten Website und ihrer Inhouse-Betreuung nichts mehr im Wege.

Fazit zu E-A-T

Zusammenfassend bedeutet Kompetenz zu E-A-T und SEO, sich als Unternehmen mit der Methodik, wie digitale Kommunikation technisch und inhaltlich funktioniert, intensiv auseinanderzusetzen. Wer sich also nicht auskennt, wie die Kommunikation in einer Welt der Suchmaschinen und der bestens informierten Kund:innen überhaupt funktioniert, dem rate ich zu drei Optionen:

  • du lernst schleunigst die geforderten Kompetenzen nach
  • du vergibst die Website-Kommunikation und die Webentwicklung an eine Agentur, die das mit E-A-T auch wirklich draufhat
  • oder du arbeitest dich schrittweise in dieses Arbeitsgebiet ein und optimierst deinen bestehen Webauftritt
Pfeil über einem Balkendiagram, der abwärts zeigt

Damit es wieder richtig gut mit deiner Sichtbarkeit läuft und die Kurve wieder nach oben zeigt, schau dir dazu auch meine Leistungen in den Schulungen für WordPress und zur Steuerung deiner Sichtbarkeit an.

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