SONNTAGSBRUNCH – In dieser Woche löste ich mit einem Facebook-Post eine etwas emotional anmutende Diskussion zum baldigen Shutdown von Google Plus aus. Während die einen diese Plattform bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht kannten, wiesen andere User auf das Desaster hin, dass ihren Unternehmen dadurch blüht. Nämlich, wenn 200.000 Follower des Google+ (G+) Profils mit April aus der Google-Welt fallen werden. Hier ein Überblick, wie der Ausstieg aus G+ nun erfolgt.

Seit 4. Februar 2019 können keine Seiten, Profile, Veranstaltungen und Communities unter Google+ mehr erstellt werden. Der Shutdown dieser Socialmedia-Plattform ist damit eingeleitet. Den Blogdienst der Google-Welt, Blogger, betrifft dies insofern, dass alle Kommentare, die mit einem Google+ Konto dort von Bloglesern hinterlassen wurden, gelöscht werden.

Für Privatprofile oder doch für Alle? – Nö, Schluss mit Google Plus!

Wie der Google Support in einem Artikel bekannt gibt, sollten User ab sofort damit beginnen, die Inhalte ihrer Google+ Konten zu sichern. Diesem Hinweis zur weiteren Vorgehensweise für das eigene Google+ Konto kann sehr leicht falsch entnommen werden, dass nur Privatkonten von dieser Schließung betroffen seien. Dem ist aber nicht so. Denn man beginnt jetzt mit dem Löschen der Daten von Privatnutzer-Konten. Die Firmenseiten folgen.

Der hier angeführte Artikel zum Google Support gibt auch eine Hilfestellung, wie die Sicherung dieser Daten erfolgen kann. Der User lädt diese herunter und sichert sie. Das ist der gute Teil dieser Nachricht.

Deadline ist der 2. April 2019

Google rät, das Sichern der Daten ab sofort durchzuführen. Denn am 2. April 2019 ist dann wirklich Schluss mit Google Plus. Es kann nur sein, dass nicht alle Daten jetzt schon zum Download bereitstehen. Google kündigt aber an, dies ab März 2019 möglich zu machen.

Obwohl manche Inhalte, so Google, nach dem 2. April 2019 noch verfügbar sein werden – das Löschen der vielen Daten wird Monate in Anspruch nehmen –, sollen sich User nicht darauf verlassen, die Downloads der Daten auf später zu verschieben. Auch ich rate euch, beginnt jetzt schon mit dem Sichern aller für euch wichtigen Daten wie Bilder, Texte, Community-Inhalte eures Google+ Kontos oder eurer Google+ Unternehmensseite.

Und wenn ihr auf anderen Webseiten eure Kommentare unter dem Google+ Konto veröffentlicht habt, dann rechnet bitte damit, dass auch diese ab April gelöscht sind. Diese Kommentare werden zudem schon bis 7. März 2019 von diesen anderen Webseiten entfernt.

Für G-Suite Nutzer und Entwickler, die ein Google+ Konto verwenden, gelten eigene Ausstiegsszenarien bzw. bleibt diese Option erhalten. Weiterführende Links dazu gibt es hier.

Gründe für den Shutdown von Google+

Wie immer ist Google sehr sparsam mit Informationen. Auf jeden Fall sollte man wissen, dass dieses Soziale Netzwerk 2011 als Konkurrenz zu Facebook gestartet wurde. Es kam aber nie so richtig in Fahrt und konnte sich auch nicht als ernstzunehmender Konkurrent zu Facebook etablieren.

Diverse Datenlecks der jüngeren Vergangenheit (Herbst 2018), machten jahrelang vorhandene Schwachstellen der Sicherheit von Userdaten sichtbar. Neben hohen Verwaltungs- und Entwicklungsaufwänden beschleunigten diese Sicherheitslecks wohl auch bei Google die Entscheidung, die Plattform Google+ abzudrehen.

Mein Tipp für euer „Schluss mit Google Plus“

Auch ich bin von diesem Shutdown betroffen. Und auch ich habe Logins zu Webseiten über Google+ laufen. Das Netzwerk bediente ich aber nur spärlich, so nebenbei. Trotzdem poste ich für meine Google+ Follower jetzt Hinweise auf andere Socialmedia-Plattformen, auf denen ich vertreten bin. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, mit mir dorthin zu übersiedeln.

Daneben werden alle wichtigen Daten heruntergeladen und gesichert. Und jene Webseiten, die ich mit einem Google+ Login betrat, unterziehe ich einer Änderung der Login-Daten.

Ob Unternehmen die Möglichkeit eines komplett im neuen Look daherkommenden Google-Netzwerkes geboten wird, sei dahingestellt. Google sagt zumindest, dies tun zu wollen. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen. Der kostenlose Google My Business Eintrag bleibt jedenfalls von diesem Shutdown unberührt. Und bei diesem lassen sich ja auch Postings absetzen, Veranstaltungen einstellen und Fotos des Unternehmens veröffentlichen. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, diesen Business-Eintrag auch mit Google Maps verbinden zu können. Vielleicht plant Google ja, diesen mit neuen Features und neuem Look aufzupeppen?

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Um sich vor solchen „Überraschungen“ zu schützen, empfehle ich die Entwicklung einer Content Strategie. Mit ihr lassen sich nicht nur die fürs Unternehmen und seine Kunden wichtigen Inhalte im Web sicher planen. Mit einer solchen Strategie werden auch die Webseiten und Socialmedia Plattformen derart ausgewählt, dass sie die Konsequenzen eines Verlusts, wie jetzt mit Google+, minimieren können.

Quellen zu diesem Beitrag:

https://support.google.com/plus/answer/9195133?hl=de

https://www.internetworld.de/online-marketing/google/schluss-google-so-laeuft-einstellung-ab-1673901.html

Beitragsbild von Pixabay

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