Angesichts des vielen Rots und Grüns in Firmenlogos und auf Webseiten wundere ich mich, wo denn die Marketingverantwortlichen bei der Entwicklung solcher Logos und Webseiten hingeschaut haben. Sind doch rund 10 Prozent der Männer und nur 0,5 Prozent aller Frauen vom Gendefekt der Rot-Grün-Schwäche betroffen.

Fest steht, die Welt der von dieser Sehschwäche Betroffenen sieht definitiv anders aus. Grauer, matter, mit weniger Kontrast, wenn sie Rot, Grün oder sogar Orange und Braun anschauen müssen.

Zwar lässt sich die Farbblindheit, wie sie landläufig bezeichnet wird, mit einer Brille korrigieren. Fakt bleibt jedoch: Bei der Logo-Entwicklung und im Webdesign sollte man schon Rücksicht auf mehr als 10 Prozent der Bevölkerung nehmen.

Webseite Rot Defizit

Hier sehen Sie, wie meine Webseite bei einer Rot-Fehlsichtigkeit wahrgenommen wird.

Die Kontraste bleiben erhalten. Alle Elemente sind gut sichtbar.

Ähnlich verhält es sich bei Grün-Defizit der Sehleistung. Auch hier bleiben alle Kontraste erhalten und die Webseite ist gut lesbar.

Webseite Blau-Defizit

Selbst bei einer Fehlsichtigkeit mit Blau-Defizit ändert sich nichts an der Darstellung der Webseite. Alle Elemente bleiben gut lesbar. Das Blau und Gelb wandelt sich nur in ein dunkles Petrolgrün und zartes Rosa.

Würden Sie auf diese Fehlsichtigkeit keine Rücksicht nehmen, würden Farbfehlsichtige Ihre Firma und auch Ihre Webseite völlig anders wahrnehmen. Enormes Problem dabei: Wenn bei wichtigen Grafiken und tabellarische Darstellungen auf die Farbfehlsichtigkeit nicht Rücksicht genommen wird, sodass die Grafiken oder Tabellen einfach nicht mehr lesbar sind. Schließlich stellt Barrierefreiheit heute ein Qualitätskriterium bei Webseiten dar.

Unter diesem Link können Sie Ihre Webseite testen, wie diese für die einzelnen Farbfehlsichtigkeiten dargestellt wird. Geben Sie oben die URL Ihrer Webseite ein und wählen Sie rechts daneben die entsprechende Fehlsichtigkeit (Rot, Grün, Blau oder alle Farbfehler). Und dann – rupfen Sie Ihren Webdesigner!

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