Nützen Sie die freigewordene Zeit für eine Überprüfung von Impressum und Datenschutzerklärung. Sind diese korrekt formuliert und an Ihr Unternehmen angepasst?

Die Praxis zeigt mir: Bei Impressum und Datenschutzerklärung verzeichnet jedes zweite Unternehmen in Österreich noch immer einen enormen Nachholbedarf.

Impressum? Wo und was…

Die Mindestanforderung ans Impressum der Webseite, aber auch der Unternehmensprofile auf den Socialmedia Plattformen muss in Zeiten von und nach Corona erfüllt sein. Die Wirtschaftskammer Österreich verweist dabei auf die von ihr herausgegebenen Vorlagen. Doch was tun die neuen Selbständigen, Freiberufler und nicht Kammer organisierte Unternehmen? Die wissen nichts von diesen Vorlagen. Und dann findet man im Impressum ein Kontaktformular und eine Kurzbiografie der Unternehmensinhaber, was dort aber nicht hingehört.

Was muss das Impressum einer Webseite beinhalten?

Zumindest müssen der Name und Ansprechpartner des Unternehmens bzw. des Webseitenbetreibers vorhanden sein. Darauf folgen aber Pflichtangaben, die von der Rechtsform des Unternehmens abhängig sind. So wird ein Einpersonenunternehmen andere Angaben leisten müssen als dies für GmbHs der Fall ist.

Aber auch Angaben gemäß der Offenlegungspflicht nach dem Mediengesetz oder auch zur Impressumpflicht nach ECG (E-Commerce Gesetz) werden schnell relevant. Allein, wenn Sie ein Blog schreiben, fallen Sie damit schon in die große Offenlegungspflicht gemäß des Mediengesetzes.

Sie können sich zu den Informationspflichten für ein korrektes Webseitenimpressum unter diesem Link informieren. Hier finden Sie eine Broschüre zum Download, die Mustervorlagen für ein Impressum, angepasst an die einzelnen Rechtsformen, beinhaltet.

Wo muss das Impressum abrufbar sein?

Gerne basteln sich kleine Betriebe ihre Firmenwebseite selbst. Da passiert es schon mal, dass das Impressum hinter der Kontakt-Seite versteckt wird. Das ist aber gemäß der Impressumpflicht falsch!

Ein Impressum muss nämlich dem Webseitenbesucher einfach zugänglich gemacht werden. Es unter „Kontakt“ zu verstecken, stellt keine leichte Zugänglichkeit dar.

Also legen Sie das Impressum auf eine eigene Seite, die „Impressum“ heißen muss. Diese Seite wird üblicherweise im Footer Ihrer Webseite platziert. So will es die Konvention. Und in der Webseiten-Gestaltung gilt ja die Regel, zugunsten einer hohen Usability und Nutzerfreundlichkeit: „Konvention geht vor Kreativität und Individualität!“

Was entspricht noch der Konvention fürs Impressum?

Wie oben schon erwähnt, berücksichtigen wir bei der Gestaltung von Webseiten die Regeln der Konvention. Die besagen, dass eine Mehrzahl an Usern bestimmte Informationen hinter speziellen Seiten oder auch an speziell üblichen Positionen der Webseite erwartet.

Als Beispiel betrachten Sie einmal den Online-Shop. Die Shopsysteme führen, wenn sie nutzerfreundlich gemacht sind, alle im selben Dreischritt durch den Einkauf, den wir durch Amazon erlernt haben: Auswahl der Produkte in den Warenkorb zum Check und dann ab zur Kassa.

Gleiches gilt fürs Impressum. Dieses erwartet sich der Webseitenbesucher im Footer einer Webseite und er erwartet sich dort zusätzliche Hinweise, die auch als „Disclaimer“ dargestellt werden: nämlich den Haftungsausschluss und den Hinweis auf das Urheberrecht. Die oben angeführten Mustervorlagen beinhalten auch diesen Mustertext für den Bereich des Disclaimers.

Übrigens: Absolut jede Webseite unterliegt der Impressumpflicht! Auch wenn Sie nur eine private Webseite online stellen. Der Webseitenbetreiber, damit also Sie, muss in jedem Fall leicht sichtbar und transparent gemacht werden.

Angelika Wohofsky

Was muss in die Datenschutzerklärung rein?

Was nun in die Datenschutzerklärung gehört, ist individuell zu lösen. Keinesfalls sollten dafür die vorgefertigten Texte der diversen Anbieter von Baustein-Lösungen für Webseiten übernommen werden. Das sind nur Platzhaltertexte!

Auch dafür bietet die Wirtschaftskammer Mustervorlagen für die Datenschutz rechtlichen Informationspflichten, inklusive der Informationspflicht für Cookies. Diese Vorlagen finden Sie unter dem folgenden Link.

An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis von mir: Die Informationen zu den Cookies gehören in die Datenschutzerklärung und müssen an die Webseite angepasst werden. Soll heißen, wenn Sie kein Google Analytics verwenden, brauchen Sie keinen Hinweis zu diesem Tracking Tool in der Datenschutzerklärung zu setzen.

Erstellen Sie also die Datenschutzerklärung auch unter Einbeziehung eines Datenschutzexperten oder Unternehmensberaters für Digitalisierung. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie die Rechtsabteilung Ihrer Wirtschaftskammervertretung.

Außerdem haben Sie eine eigene Seite auf Ihrer Webseite mit dem Titel „Datenschutzerklärung“ einzurichten. Diese Seite wird ebenfalls im Footer platziert, und darf nicht im Impressum versteckt werden!

Hinweis: Verlinken Sie die Datenschutzerklärung-Seite auch in Ihrer Unternehmensseite auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Denn auch dort sind Sie verpflichtet, auf die Datenschutzerklärung Ihres Unternehmens hinzuweisen.

Angelika Wohofsky

Auf ein Wort zu den Cookies

Grob geschätzt findet sich auf jeder zweiten Firmenwebseite der österreichischen Unternehmen ein falscher, nicht DSGVO konformer Cookie-Banner. Steht dort nämlich „Wir verwenden Cookies und Sie stimmen durch die Verwendung dieser Webseite dieser Verwendung zu“, ist das nicht rechtskonform.

Sie sind laut EuGH dazu verpflichtet, dem User die Möglichkeit zu geben, die für ihn passenden Cookies auszuwählen bzw. zu blockieren. Dafür benötigt es eigener Cookie-Banner, die Ihre Webagentur auf Ihrer Firmenwebseite einzurichten hat. Diese Cookies hängen auch von der Art der Tracking Tools, die Ihre Webseite verwendet, ab. Besprechen Sie dieses Thema mit Ihrer Webagentur und lassen Sie sich von dieser nicht abwimmeln, wenn sie meint, andere Kunden der Agentur würden einen solchen wählbaren Cookie-Banner nicht benützen. Sie zahlen, Sie schaffen an und schließlich haften ja auch Sie für die Inhalte der Webseite!

Corona macht’s möglich. Kümmern Sie sich um die Informationspflicht!

Zusammengefasst bedeutet das: Kümmern Sie sich um korrekte Texte zur Erfüllung der Informationspflicht Ihrer Webseite. Spätestens nach Corona werden Sie diese benötigen. Denn dann wird wieder vermehrt auf die Einhaltung der DSGVO und der Informationspflichten geachtet werden.

Selbstverständlich können Sie mir zu diesem Thema auch eine E-Mail senden, wenn Sie Unterstützung für die Optimierung von Impressum und Datenschutzerklärung benötigen. Nützen Sie dafür bitte den folgenden Link zum Kontaktformular.

HINWEIS: Die Informationen dieses Artikels sind Inhalte meiner Beratungsleistung im Rahmen der Unternehmersprechtage für Digitalisierung, der Webseiten-Checks der Wirtschaftskammer Kärnten und der Beratungstätigkeit für KMU DIGITAL, die ich als zertifizierte Unternehmensberaterin für e-Commerce und Online Marketing durchführe.

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