Ich helfe vielen Gründern bei Marketingfragen. Dabei fällt auf: die wenigsten unter ihnen haben ein Marketingbudget in ihrem Businessplan stehen. Auch fehlt es meist an einem Marketingplan selbst, weil dieser nur rudimentär erstellt wird.

Rudimentär bedeutet: wir haben einen Flyer, Visitenkarten und eine Webseite. Wie das Ganze dann zu einer Marketing-Symphonie konzertiert wird, entzieht sich der Kenntnis vieler Gründer.

Meine provokante These dazu: der große Teil der Gründerszene ist viel zu Produkt verliebt, trägt ihr Portfolio als Bauchladen einer Eier legenden Wollmilchsau vor sich her und kennt den Kunden nicht.

Was ebenfalls unbekannt scheint, das ist das WARUM ihrer Selbständigkeit. Damit fehlt eine starke Motivation, die Sache anzugehen, hinter der sich die Positionierung der Marke befindet. Auch höre oft: „Mein Warum ist, dass ich keinen Job mehr finde, weil zu alt!“ Kann diese Aussage wirklich genügen, ein nachhaltiges, übergabefähiges Unternehmen aufzubauen? Oder hat man einfach nur den Sozialversicherer gewechselt?

Unter solchen Rahmenbedingungen – wir lernen in Österreich auch kein unternehmerisches Handeln in der Schule, es fehlt uns der Entrepreneur-Spirit – startet es sich mühsam und mehr schlecht als recht. Der Biss für die Vision und das Ziel zu arbeiten, fehlt. Das WARUM ist den Inhabern unbekannt und damit auch die Story, die sie ihren Kunden erzählen können, um diese an die Marke zu binden. Und um sich selbst ausreichend zu motivieren, ein Unternehmerleben zu führen. So fehlt also auch ein Marketingplan und ein Marketingbudget, weil der Biss für die Firma nicht vorhanden ist.

In diesem Sinn: Prüfen Sie ihr Warum, bevor Sie Marketingmaßnahmen tätigen. Und berechnen Sie Ihr Marketingbudget mit 10 Prozent ihres Jahresumsatzes. Wenn Sie gerade starten, ist die Berechnungsgrundlage die Planrechnung, also das anvisierte Umsatzziel.

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