So tragisch der Verlauf der Corona-Infektionen auch ist, er bringt auf gesellschaftlicher Ebene einen ordentlichen Schub in Richtung Bewusstheit. So liest man beim Zukunftsforscher Horx von einer rosigen Zukunft mit mehr Bewusstsein fürs Menschliche. Aber auch wir bemerken im Alltag: „Es ist so angenehm ruhig!“…wie nie zuvor.

Waren wir wirklich derart im Stress, liefen wir wirklich schon mit Höchstgeschwindigkeit im Hamsterrad, dass wir völlig auf uns vergaßen? Auf uns als Person und Mensch. Und auf die Menschen um uns herum.

Hält uns die Lungeninfektion „Corona“ gar einen Spiegel vor die Nase, indem es uns kaum atmen lässt? Stellt doch das bewusste Atmen eine wesentliche Komponente von Meditationen zum Stressabau dar. Und hatten wir als Content Marketer in den vergangenen beiden Jahren nicht auch zunehmend auf Positionierung sowie auf „weniger ist mehr“ gepocht?

Auch die vielen alten Menschen, die der Hilfe bedürfen, fallen uns nun auf. Wer jetzt nicht mehr raus kann und sich völlig isolieren sollte, um einer Infektion mit dem Coronavirus zu entgehen, wird von jüngeren Menschen unterstützt – Nachbarschaftshilfe entsteht unkompliziert über Soziale Medien.

Es fallen aber auch jene auf, die sich nicht an die Regeln halten. Die Partys feiern, und das Anspucken von Menschen auch noch witzig finden. Anspucken für Aufmerksamkeit. Wie konnten wir nur diese Menschen im hektischen Alltag übersehen? Auch dieses aggressive Verhalten hat Gründe, die es in der Zeit nach Corona unbedingt zu klären gilt.

Bewusstsein fürs Gemeinwohl

Auf jeden Fall gewinnt die Gemeinschaft an Stellenwert. Egal ob online oder im realen Leben. Wir lernen durch Corona aufeinander aufzupassen, miteinander anders umzugehen. Wir lernen digitalen Beziehungsaufbau und Selbstverantwortung.

Und wir lernen, dass uns die heimische Landwirtschaft mit Lebensmitteln versorgt. Nicht der anonyme Produzent von Fertiggerichten versorgt uns. Nein, es ist der bäuerliche Betrieb gleich bei dir ums Eck. Der sorgt dafür, das Milch, Eier, Honig, Getreide, Gemüse und Obst bei dir im Kühlschrank und der Vorratskammer lagern. Und es sind die direkten Verarbeiter dieser Lebensmittel, die dich versorgen: die Bäckereien, Molkereien und natürlich auch die kleinen Gasthöfe, die plötzlich Facebook für sich entdecken. Um dort ihre Tagesmenüs auszuschreiben und darauf hinzuweisen, dass sie das Essen auch zustellen.

Na, geht doch, sag ich mal salopp. Um aber gleichzeitig drauf hinzuweisen, dass die Landwirte nun Hilfe benötigen. Erntehelfer werden dringend benötigt. Und ja, auch die regionalen Vermarkter organisieren sich jetzt auf Online-Plattformen. So schnell kann’s gehen, mit der Digitalisierung.

Hier noch zwei Plattformen, wer in der Landwirtschaft mithelfen möchte: Facebook-Gruppe Jobs in der Landwirtschaft

Auf der österreichischen Plattform „Die Lebensmittelhelfer“ kann man sich eintragen und für den Ernteeinsatz melden. Um so auch einen Dienst an der Gemeinschaft zu leisten.

Corona öffnet uns den Blick für kleine, verträgliche Kreisläufe in Sachen Versorgung des eigenen Lebens, hebt den Stellenwert System relevanter Infrastruktur und für darin hauptsächlich von Frauen geleistete Arbeit, bei gleichzeitig globalem Wissenstransfer, digitaler Vernetzung und mehr Offenheit für neue, Service fokussierte Geschäftsmodelle.

Angelika Wohofsky
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