Was machen die Deutschlehrer eigentlich?
Als aktives Mitglied bei PARWIN/WISAR zerbreche ich mir mit meinen Kolleginnen und Kollegen den Kopf, wie man wissenschaftliches Arbeiten vermitteln kann. Nicht nur Studierende stellt dieses Fach vor massive Herausforderungen, auch bei Hochschullehrenden entdecke ich massive Mängel dazu.
Warum ist das so, dass sich kaum jemand wirklich mit den wissenschaftlichen Arbeitstechniken auskennt? Und dass sich die meisten Hochschulen nicht drum kümmern, dass dieses Handwerkszeug anschaulich vermittelt wird, weil die hochschulische Bildung eine gute akademische Praxis verlangt?
Der Blick in die Lehrpläne maturaführender Schulen ergibt wohl die Antwort: Ab der siebenten Klasse Oberstufe (3. Klasse berufsbildender höherer Schulen) steht im Lehrplan für das Fach Deutsch:
- Textsorten aus dem beruflichen und dem wissenschaftlichen Leben sind zu verfassen
- Schreiben ist als Instrument zum Erkenntnisgewinn einzusetzen
- Lernprozesse sind zu dokumentieren (inkl. Portfolio, Mitschrift, Internetdossiers)
- die eigenen Gedanken sollen innerhalb des Schreibprozesses geordnet und strukturiert werden können
- die Rezeption von u. a. Sekundärliteratur ist zu üben
- Textsorten des beruflichen, wissenschaftlichen und literarisch-kulturellen Lebens sind zu verfassen
- Informationsquellen sind zu prüfen und kritisch zu würdigen
Wer also bis zur Matura nicht lernt, Textsorten auseinanderzuhalten und seine Gedanken strukturiert „zu Papier“ zu bringen, wie soll dieser Mensch dann nahtlos ins Studium gehen können?
Da diese grundlegenden Text- und Schreibkompetenzen das Fach Deutsch betreffen, frage ich mich, was lernen die Leute darüber in den maturaführenden Schulen? Ich hege den Verdacht, diese Themen werden im Deutschunterricht gar nicht (mehr) behandelt. Erzählungen aus meinem direkten Umfeld bestätigen leider diesen Verdacht.


Pixabay
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!