Soziale Medien

Eine eigene Gruppe unter den digitalen Medien bilden die Sozialen Medien, oder auch Social Media-Plattformen genannt. Andere Bezeichnungen dafür sind Web 2.0, Social Media oder Mitmach-Web.

Um an diesem Mitmach-Web teilzunehmen, muss der oder die User:in ein Profil anlegen. Zentrales Merkmal dieser Social Media-Plattformen ist deren Interaktivität als „many to many“-Kommunikation.

Zu den Social Medias zählen digitale Medien, mit denen sich Internet-User:innen vernetzen, interagieren und untereinander austauschen können. Deswegen zählen auch alle Messengerdienste und Apps zu den Sozialen Medien.

Gängige Messengerdienste sind

  • WhatsApp mit der größten Nutzergruppe weltweite in der Altersgruppe 55 Plus
  • Facebook-Messenger
  • Signal
  • Telegram
  • Skype
  • WeChat – das chinesische WhatsApp

Ein Charakteristikum von Sozialen Medien ist, dass die User:innen sich nicht nur auf diesen Plattformen austauschen, sondern auch selber Inhalte erstellen (user generated content), generieren, gestalten und veröffentlichen. Der User ist Produzent und Konsument von digitalen Informationen gleichzeitig.

Gegenüber Sozialen Medien besteht auch eine Erwartungshaltung hinsichtlich der Art der Kommunikation. Je nach Zielgruppe und Alter der User:innen entwickelt sich auch die Sprache durch die Nutzung von Social Media weiter. Emotionen werden so beispielsweise als Emoji ausgedrückt. Eigene Kürzel entstehen, die lange Wortgruppen in Buchstabenkombinationen verwandeln. Oder auch das Phänomen der Hashtags zeigt, dass sich eigene Suchfunktionen entwickelt haben.

Soziale Medien fokussieren sich auf bestimmte Altersgruppen oder auf spezielle Themen. So gilt beispielsweise Pinterest als klassischer Do-it-Yourself (DIY)/Lifestyle-Kanal, der Ideen fürs Hobby, für Handwerkliches oder für Sport, Wellness und Kulinarik bietet.

Bekannte und meist genutzte Soziale Medien sind

  • YouTube
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • TikTok (ist aus der Jugendplattform „Musically“ hervorgegangen)
  • LinkedIn (Businessplattform)
  • Xing (Businessplattform für Deutschland, Österreich und Schweiz)
  • Snapchat
  • Pinterest
  • VKontakte (Russland)
  • RenRen (China)

In den USA werden aber auch Social Media-Plattformen wie Tumblr oder Vimeo stark genutzt. Ebenfalls aus den USA kommt der Newcomer unter den Social Media-Plattformen, die App „Clubhouse“. Sie startete im deutschen Sprachraum im Mai 2020. Ihre Nutzung war auf das Smartphone von Apple (iPhone) beschränkt. Erst später kam die Clubhouse-Nutzung für Android-Geräte hinzu.

Zu den beliebtesten Plattformen zählen auf jeden Fall die Apps vom Facebook-Konzern – Facebook, Messenger, Instagram, WhatsApp. Insgesamt nutzen fast 3 Milliarden Nutzer:innen weltweit jeden Monat die Apps von Facebook.

Die Plattform Google+ war ein Projekt des Google-Konzerns, ein eigenes Soziales Medium als Konkurrenzprodukt zu Facebook am Markt zu etablieren. Google+ wurde von Unternehmen stark genutzt. Google stellte aber im April 2019 seine Social Media-Plattform ein. Unternehmen nützen weiterhin die Google-Applikation „Google My Business“ zur digitalen Präsentation in der Google Welt.

Erste Social Media-Plattformen wie StudiVZ, MySpace, Flickr, Jappy, Friendster oder Vine (das Twitter für Videocontent von 2013 bis 2017) sind entweder ganz von der Bildfläche verschwunden oder spielen nur noch eine Nebenrolle.

Das Urgestein der Sozialen Medien ist das Blog

Eine der ältesten Sozialen Medien sind Blogs, so genannte Web-Logs oder auch Web-Logbuch genannt.

Blogplattformen tauchten Mitte der 2000er Jahre mit dem Content Management System von WordPress erstmals auf. Dieses CMS zur Website-Entwicklung (Web-Developement) etablierte sich bei den Internetuser:innen rasch als Blogplattform, die damit eine Art Tagebuch im Internet (ein Web-Log) veröffentlichen konnten.

WordPress stellt gratis eine Vielzahl an Templates (Design-Vorlage) für das Erstellen der eigenen Blog-Website zur Verfügung. So ermöglicht diese open source-Software das Veröffentlichen von eigenen Texten und Inhalten quasi zum Nulltarif.

Neil Patel führt neben WordPress, dieses ist nicht nur für ihn, sondern auch für mich das beste Blog-CMS ever, folgende Blogplattformen an:

  • Wix
  • Squarespace
  • Medium – medium.com (eine Plattform, die wie eine Social Media-Plattform funktioniert und auf der man mit minimalstem Aufwand sofort zu bloggen beginnen kann)
  • Blogger (gehört zu Google), auch als Blogspot bekannt

Tumblr ist ein amerikanisches Blogsystem aus einer Mischung aus Microblogging und Sozialem Netzwerk. Tumblr wurde 2007 von David Karp gegründet und 2013 von Yahoo verkauft. Tumblr erfreut sich vor allem in den USA großer Beliebtheit als einfaches Blogsystem. Die Plattform geriet seit 2015 aufgrund von selbstverletzenden, pornografischen, rechtsextremen Inhalten und wegen Cyber Mobbings in Verruf.

Das Social Media Profil

Ein typisches Merkmal der Sozialen Medien ist ihre Interaktivität und Partizipation. Um daran teilzunehmen, muss ein Profil von der oder die User:in auf der jeweiligen Plattform angelegt werden.

Diese User-Accounts sind für die Interaktion auf Social Media unbedingt notwendig. Erst dann kann man sich vernetzen, untereinander austauschen, Inhalte empfangen, teilen oder selbst erstellen. Der Kommunikationskanal, der eine solche Vernetzung von Menschen möglich macht, ist das Internet.

Soziale Medien bieten aber auch Unternehmen die Möglichkeit, sich über ein Unternehmensprofil oder eine Unternehmensseite mit Kunden und Interessenten zu vernetzen. Für das Online Marketing nimmt Social Media eine wichtige Position als Instrument zum Steuern der Aufmerksamkeit und der digitalen Sichtbarkeit des Unternehmens sowie zur Kundenbindung ein.

So gesehen gilt es auch, die private und die geschäftliche Nutzung der Sozialen Medien klar voneinander zu unterscheiden.

Private Profile dienen ausschließlich der privaten Vernetzung und Interaktion. Unternehmensprofile stehen zusätzliche Funktionen für Werbung und Markenführung zur Verfügung. So bieten alle Social Media-Plattformen mittlerweile ein spezielles Tool dafür an: den Anzeigen-Manager oder Business-Manager.

Inhalte eines Social Media Profils

Die Userprofile auf Sozialen Medien folgen alle einem ähnlichen Aufbau. So zeigen diese nicht nur den Usernamen, sondern auch ein Profilbild und ein Titelbild. Das macht das Social Media-Profil zu einer Art Mini-Website für diese Person.

Weitere Informationen, die in so ein Userprofil eingepflegt werden, sind:

  • Infos zur User:in selbst
  • Telefonnummer
  • E-Mail Adresse (wird unsichtbar gestellt, ist aber notwendig, um ein Profil zu erstellen)
  • Biografie der User:in
  • Website-Link
  • Bilder und Videos
  • der eigene Feed, die Chronik, auf der Beiträge von der User:in veröffentlicht werden
  • Kontaktfunktion (bei Unternehmensseiten)
  • Arbeitsgebiet und Branche des Unternehmens (bei Unternehmensseiten)
  • Shopfunktion (bei Unternehmensseiten)
  • usw.

Das Impressum für Soziale Medien

Alle Unternehmensprofile auf Sozialen Medien benötigen ein schnell und einfach erreichbares Impressum. Das wird aus Datenschutzgründen gesetzlich vorgeschrieben.

Die beste Position für ein solches Impressum ist der Info-Bereich der betreffenden Unternehmensseite. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Firmenimpressum auf Social Media einzubinden:

  • im Infobereich des Profils, ganz zuoberst mit folgendem Text: „Impressum: Link zur Impressumseite der Firmenwebsite
  • als in der Chronik oben fixierter Post, ebenfalls mit kurzem Text und Verlinkung zur Impressumseite der Firmenwebsite.

Der Impressumlink im Infobereich wird von Usern dort so erwartet. Wer sich doppelt absichern will, verlinkt in einem fixierten Post.

Alle Social Media-Plattformbetreiber weisen ausdrücklich darauf hin, dass die User:in für die Inhalte ihrer Unternehmensseite haftet und zu einer Kennzeichnung ihres Impressums verpflichtet ist.

Rechtlich Relevantes für Soziale Medien

Ein privates Profil dient ausschließlich dem Austausch privater Informationen. Das sind Infos, die man sich auch im Freundeskreis untereinander erzählt. Facebook vermerkt dies beispielsweise in seinen Nutzungsrichtlinien. Zudem kann es zu rechtlichen Problemen kommen, wenn auf privaten Profilen werbliche Inhalte des eigenen Arbeitgebers geteilt werden. Die private User:in verstößt damit gegen das „Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb“ (UWG). Für dieses Teilen haftet dann aber der Arbeitgeber. Verstöße gegen das UWG werden mit bis zu 30.000 Euro geahndet. Aus diesem Grund wird Unternehmen empfohlen, eine Social Media Guideline fürs Unternehmen zu entwerfen.

Werden Soziale Medien geschäftlich genützt, muss ein Unternehmensprofil angelegt werden. Zudem müssen die Mitarbeiter mit einer Social Media Guideline darüber informiert werden, wie sie sich als Angestellte auf Sozialen Medien als quasi Markenbotschafter ihres Arbeitsgebers verhalten sollen. Mitarbeiter, die nicht auf Social Media-Plattformen des Unternehmens erwähnt oder auf einem Foto erkennbar gezeigt werden wollen, müssen das gesondert bei Zeichnung der Datenschutzvereinbarung (ist Teil des Arbeitsvertrags) bekannt geben. Die Marketingabteilung darf nicht ungefragt Bilder von Mitarbeitern auf Social Media veröffentlichen, oder diese Mitarbeiter zitieren.

Weitere rechtlich relevante Kriterien für Social Media sind:

  • Impressumpflicht
  • e-Privacy Verordnung
  • Urheberrecht (v.a. bei Text- und Bildrechten)
  • Kennzeichnungspflicht von werblichen Beiträgen (UWG)

Die Kennzeichnungspflicht werblicher Beiträge betrifft v.a. Blogger, die auftragsbezogene Postings veröffentlichen und dabei den Hinweis auf „Werbung“ geben müssen.

Werbung auf Sozialen Medien

Alle Social Media-Plattformen bieten Unternehmen die Möglichkeit, Werbung auf ihren Plattformen zu schalten. Das geschieht auf einem eigenen Dashboard zur Verwaltung der Werbeanzeigen.

Mit diesem Tool können eigene Anzeigen erstellt oder Postings beworben werden. Bezahlt wird meist je Click, Impression oder Conversion.

Zur Erstellung solcher Anzeigen bietet dieses Tool folgende Funktionen:

  • verschiedene Sujets und Vorlagen für die Werbeanzeige zur Auswahl
  • eine detaillierte Zielgruppeneinstellung in Alter, geografische und Interessenskategorien
  • Zeiteinstellung für die Anzeigendauer und Tageszeit ihrer Ausspielung
  • ein Statistiktool zur Auswertung der Anzeigen
  • Verrechnungsmaske mit Firmendaten und Bankdaten
  • optionale Retargeting-Funktion mittels Pixel

Tools zur Verwaltung von Werbeanzeigen

Die folgenden Tools zur Verwaltung von Werbeanzeigen werden mit Erstellen einer Unternehmensseite auf Social Media automatisch aktiviert. Sie müssen nur noch passend eingerichtet werden.

  • Facebook – Werbeanzeigenmanager (Facebook for Business); steuert auch Werbung auf dem Facebook-Messenger
  • Instagram – läuft mit dem Werbeanzeigenmanager von Facebook mit
  • LinkedIn – Kampagnenmanager
  • Xing – Werbekonto in den Marketing Solutions
  • Pinterest – Anzeigenkonto
  • Twitter – Ads Account (Twitter for Business)
  • YouTube – Google Ads Konto (YouTube Advertising ist ein Teil der Google Welt; mit Google Ads wird auch Werbung auf Suchmaschinen geschaltet)

Achtung Falle für Unternehmen

Vor allem kleine Unternehmen unterschätzen den Anspruch, der an die Professionalität im Umgang mit Businessplattformen auf Sozialen Medien gestellt wird. Mangels Kompetenzen im eigenen Betrieb, werden Unternehmensseiten auf Social Media oft nur nebenbei gepflegt. Dann macht das „die Sekretärin einfach so mit, weil sie ja selbst auf Facebook ist“.

Diese Einstellung erzeugt massive Fehler und ist nicht dazu geeignet, professionelles Social Media Marketing zur digitalen Markenführung zu betreiben. Der unternehmensbezogene Umgang mit Sozialen Medien stellt eine Vollzeittätigkeit in den meisten Fällen dar. Und sie bedarf einer profunden Ausbildung in der Handhabung der Tools und der strategischen Nutzung für Marketingziele des Unternehmens.

Auch kann ein Social Media Management nicht von anderen Marketingmaßnahmen entkoppelt betrieben werden. Es bedarf hier einer Vernetzung aller Kommunikationsmaßnahmen des Unternehmens. Beispielsweise gelangen die Hauptkeywords der Firmenwebsite, oder aber auch der Claim des Unternehmens als Hashtags im sozialen Netzwerk zur Anwendung.

Ausbildung und fundierte Fachkenntnis

Ausbildungen in Social Media Marketing bieten diverse Bildungsträger wie Fachakademien, Fachhochschulen oder Universitäten an. Von Kursen zur Nutzung spezieller Plattformen bis zum Diplomlehrgang in Social Management lässt sich schnell das fürs Unternehmen passende Angebot herausfiltern.

Die Aufgaben und Anforderungen an ein Social Media Management sind:

  • Pflege und Betreuung der Unternehmensprofile in den sozialen Netzwerken
  • Community Management
  • strategische Planung und Erstellung von redaktionellen Inhalten
  • sicherer Umgang Monitoring- und Analysetools
  • Kundenbetreuung hinsichtlich der Interaktion der Kunden als Follower des sozialen Netzwerks bzw. im Web selbst (Social Listening)
  • sicherer Umgang mit Tools zur Contenterstellung für Text-, Bild- und Videocontent
  • fundierte Kenntnisse im Online Marketing
  • Themenrecherche
  • entwickeln von Guidelines
  • Analysen durchführen
  • Reportings erstellen

Das durchschnittliche Gehalt für die Position Social Media Management beträgt 3.000 Euro brutto / Monat – ist von der Branchenzugehörigkeit des Arbeitgebers abhängig.


Relevante Blogbeiträge

Korrektes Impressum und Datenschutzerklärung auf Website und Social Media

Relevante Links

Impressumspflicht für Social Media, Podcasts, Apps, Bots, Websites und Messenger von Dr. Schwenke

Relevante Glossar Beiträge

Hashtag

Social Media Guideline

Social Media Strategie

Medium

WordPress

Website CMS

Relevanter Buchtipp

Der Social Media Manager von Vivian Pein

Markenbotschafter, Erfolg mit Corporate Influencern von Kerstin Hoffmann

Hat dir der Beitrag gefallen? Dann teile ihn bitte in deinem Netzwerk.